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Clerical Medical nimmt Änderungen am Verwaltungskonzept des With-Profit-Fonds vor

Prüfen Schaden durch Clerical Medical

München, den 11.09.2009. Nach Informationen der Rechtsanwälte Wilhelm Lachmair & Kollegen wird Clerical Medical alle Versicherungsnehmer, deren Versicherungen innerhalb des sogenannten With-Profit-Fonds verwaltet werden, in den nächsten Tagen über Änderungen am Verwaltungskonzept informieren. Eine detaillierte Bewertung des Inhalts und der Auswirkungen der angekündigten Änderungen ist heute noch nicht möglich, da Clerical Medical zwar eine Überarbeitung ihres entsprechenden Leitfadens und der sogenannten Grundsätze und Usancen bei der Finanzverwaltung (PPFM) angekündigt, aber noch nicht vorgenommen hat.

Einzelne Aussagen des anstehenden Informationsschreibens könnten den betroffenen Versicherungsnehmern zu denken geben. So schreibt Clerical Medical insbesondere:

  „Der Fonds hat sich im Laufe der Zeit verändert. So ist beispielweise die Anzahl der Policen, die fällig werden und ausbezahlt werden, höher als die Anzahl der Policen, die dem Fonds neue Einlagen zuführen. Wir müssen daher sicherstellen, dass der Fonds auch in Zukunft optimal auf eine Vielzahl von Anlagebedingungen ausgerichtet ist.“

Kein Schneeballsystem

Viele Versicherungsnehmer in Deutschland dürfte diese Aussage ebenso überraschen wie erschrecken. So waren die betroffenen Versicherungsverträge der Clerical Medical in Deutschland lange Zeit mit der Behauptung angeboten worden, die Verwaltung der Einzahlungen werde gesondert nach den unterschiedlich bezeichneten Pools (Serie II, 5.01, 5.02, 2000EINS, 2000VIER usw.) und dem jeweiligen Quartal der Einzahlung vorgenommen. Dazu passt es nicht, dass sich die offensichtlich reduzierten Prämieneinnahmen auch auf die Entwicklung von Altverträgen auswirken. Ein Schneeballsystem ist daraus natürlich nicht zu folgern, auch wenn isoliert betrachtet ein Zusammenhang zwischen den Auszahlungen auf alte bzw. fällige Policen und neuen Einzahlungen hergestellt wird.

Nach der bisherigen Bewertung durch die Rechtsanwälte Wilhelm Lachmair & Kollegen dürften die Änderungen folgende Hintergründe haben:

Versicherungsnehmer zahlen sich Garantien selbst

Clerical Medical deckt die gegenüber den Versicherungsnehmern bestehenden Garantien vorrangig über eine Risikogemeinschaft aller Versicherungsnehmer ab. Das heißt, die Garantien müssen aus den Einzahlungen der Versicherungsnehmer und dem mit diesen erwirtschafteten Ertrag bezahlt werden. Das gilt nicht für jeden Versicherungsnehmer individuell oder für jeden der unterschiedlich bezeichneten Pools gesondert, sondern regelmäßig über alle Anleger des With-Profit-Fonds hinweg. Es besteht also die Möglichkeit, dass Erträge aus den Einzahlungen eines Versicherungsnehmers, der sich im Jahr 2001 an dem Pool 2000EINS beteiligt hat, zur Zahlung von Garantieleistungen an einen Versicherungsnehmer verwendet werden, der sich im Jahr 2004 an dem Pools 2000VIER beteiligte – und genauso umgekehrt. In Deutschland waren die Kunden nach den Kenntnissen der Rechtsanwälte Wilhelm Lachmair & Kollegen allerdings lange nicht auf diese Möglichkeit hingewiesen worden.

Dieses System der Risikogemeinschaft wider Willen ist aktuell besonderen Anforderungen ausgesetzt. Vor allem augrund der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung der letzten zehn Jahre und der Verwaltungspraxis der Clerical Medical hat sich bei den betroffenen Versicherungsverträgen heute die Situation ergeben, dass die deklarierten Vertragswerte vieler Versicherungsverträge deutlich über dem anteiligen Wert des angelegten Kapitals liegen. Über die damit verbundenen Auswirkungen berichteten die Rechtsanwälte Wilhelm Lachmair & Kollegen schon vor einigen Monaten. Laufen derartige Versicherungsverträge nun aus, was auch nach den Angaben Clerical Medicals in der nächsten Zeit verstärkt der Fall sein wird, sind daher in hohem Umfang Garantieleistungen fällig. Da der Versicherungsnehmer bei Ablauf des Vertrags Anspruch auf den deklarierten Vertragswert besitzt, muss die Lücke zwischen dem tatsächlichen Anteil am verwalteten Vermögen und dem Vertragswert mit einer Garantiezahlung geschlossen werden. Nach den Verhältnissen der letzten Monate wird es teilweise erforderlich, den tatsächlichen Kapitalanteil um 50 % aufzustocken, um auf den Vertragswert zu gelangen. Das bedeutet eine enorme Belastung der Risikogemeinschaft der Versicherten mit Garantieleistungen.

Um auf diese Belastungen vorbereitet zu sein, die sich bei einer ungünstigen Marktentwicklung ja noch vergrößern können, stehen Clerical Medical insbesondere zwei Wege zur Verfügung.

Geringer deklarierter Wertzuwachs

Zum einen kann man einen größeren Teil der erzielten Erträge zunächst zurückbehalten, also nicht den Versicherungsnehmern als Wertzuwachs zuweisen. Davon wird schon längere Zeit intensiv Gebrauch gemacht. Das erklärt, warum sich viele Versicherungsnehmer auch während eines anhaltenden Aufschwungs an den Börsen über Wertzuwächse von 0,5 % oder 1 % jährlich ärgern mussten.

Hohe Marktpreisanpassung

Zum anderen kann Clerical Medical die Auszahlungen an Versicherungsnehmer niedrig halten. Bei den vertraglich vereinbarten Auszahlungen, vor allem bei Ablauf der Versicherungsverträge, ist das nur über die Reduzierung oder Streichung eines Fälligkeitsbonus möglich. Auch davon wurde schon reichlich Gebraucht gemacht. So gibt es beispielsweise Versicherungsnehmer, bei denen sich ein Fälligkeitsbonus von 49 % im weiteren Vertragsverlauf in Luft auflöste.

Bei Versicherungsnehmern, die ihren Vertrag vorzeitig ganz oder teilweise auflösen wollen oder müssen, kann Clerical Medical die Auszahlung durch eine sogenannte Marktpreisanpassung reduzieren. Gerade davon fühlen sich viele Versicherungsnehmer, deren Altersvorsorgemodelle bzw. Rentenmodelle eine negative Entwicklung aufweisen, zusätzlich geschädigt. Zumal die Marktpreisanpassung sich nach einer überraschenden Erhöhung im April 2009 auf bis zu 35 % des Vertragswerts belaufen kann – möglicherweise ist es bald noch mehr. Betroffen waren Anleger insbesondere bei Modellen wie der Sicherheits-Kompakt-Rente (SKR) bzw. Schnee-Rente, der System-Rente, der Individual-Rente, der LEX-Konzept-Rente bzw. Lex-Rente, dem Europlan, der Novarent, dem Profit-Plan, dem Lombard-Plan, der Privaten-Sicherheits-Rente PSR, SmartIN und Private BestAge.

Die Rechtsanwälte Wilhelm Lachmair & Kollegen gehen jedoch davon aus, dass Clerical Medical vielen Versicherten trotz der hohen Marktpreisanpassung in der Vergangenheit zuviel ausgezahlt hat. Belegt wird das letztlich durch die Erhöhung der Obergrenze der Marktpreisanpassung von 25 % auf 35 % von März auf April 2009, obwohl sich die Märkte im gleichen Zeitraum positiv entwickelten. Augenscheinlich gab also die Obergrenze von 25 % in der Vergangenheit die tatsächlichen Verhältnisse nicht mehr zutreffend wieder. Es ist anzunehmen, dass Clerical Medical lange Zeit davor zurückschreckte, die wirklichen Verluste zu offenbaren, und daher eine willkürliche Obergrenze bei 25 % setzte. Diese Imagepflege wäre zu Lasten der Risikogemeinschaft der Versicherungsnehmer erfolgt, da diese die überhöhten Auszahlungen ausgleichen müsste.

Größere Wertschwankungen

Die angekündigten Änderungen am Verwaltungskonzept legen nun nahe, dass Clerical Medical an dieser Stelle einlenkt und zukünftig die Verluste unmittelbarer und vollständiger an die Versicherten weitergeben wird. Das könnte für viele Betroffene einen weiteren Wertverfall ihres Versicherungsvertrags und damit einen zusätzlichen Schaden bedeuten. Clerical Medical weist zwar zurecht darauf hin, dass eine entsprechende Änderung des Systems nicht nur zu Anpassungen nach unten führen kann, sondern auch zu solchen nach oben. Angesichts der aktuellen Situation dürfte der Pfeil aber weit häufiger nach unten als nach oben weisen. Denn die von Clerical Medical beschriebene Gesamtsituation lässt darauf schließen, dass eine Absicherung und Erhöhung der Reserven erforderlich ist. In diesem Interesse dürften zukünftige Gewinne eher zunächst zurückbehalten als an die Anleger weitergegeben werden.

Eine nähere Bewertung des Vorgangs wird erfolgen, wenn dazu weitere Informationen vorliegen.

Betroffenen kann nur empfohlen werden, sich anwaltlich beraten zu lassen. Hier stehen dafür Rechtsanwalt Tobias Pielsticker und Rechtsanwalt Urban Schädler als Ansprechpartner zur Verfügung.